Giftige Pflanzen, die schwere Vergiftungen bewirken
Nachstehende Pflanzen sind sehr giftig und verursachen schwerste Vergiftungserscheinungen. Durch rechtzeitige ärztliche Hilfe können jedoch der Tod des Pferdes oder schwer wiegende Erkrankungen mit gesundheitlichen Folgeschäden verhindert werden. Einige dieser Pflanzen finden sich überwiegend in Ziergärten und Parkanlagen wieder, daher sollte Pferden bei einem Ausritt das Knabbern und Fressen zu ihrem eigenen Schutz grundsätzlich verboten werden. Befinden sich Pferdeweiden oder Paddocks in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern und Ziergärten, sollte ein zweiter Zaun als Sicherheitsabstand zu den dort wachsenden Gehölzen und Sträuchern aufgestellt werden. Die benachbarten Bewohner müssen eindringlichst gebeten werden, keine Gartenabfälle auf die Pferdeweiden zu geben. Die lieben Anwohner meinen es sicherlich nur gut mit den Pferden, wenn sie ihre Gartenabfälle oder den frischen Rasenschnitt auf die Weide kippen. Frischer Rasenschnitt erzeugt schwerste Koliken!!!! Leider sind auf diese Weise schon viele Pferde zu Tode gekommen. Besonders Fohlen sind sehr neugierig und nagen und fressen gerne alles Unbekannte an. Sie müssen daher besonders vor fremden Grünzeug auf ihren Wiesen geschützt werden. Auffälliges Verhalten von Weidepferden wie Schwitzen, Schaum vor dem Maul und an den Nüstern, Speichelfluss, Atemnot, Berührungsempfindlichkeit, Gleichgewichtsstörungen, und Zittern darf nicht unberücksichtigt bleiben, es kann ernster Hinweis auf eine Vergiftung sein. Nicht nur Giftpflanzen können bei Weidepferden Erkrankungen hervorrufen, sondern auch frisch gedüngte Wiesen oder Pflanzenschutzmittel : Es können schwerste Nitrat- oder Schwermetallvergiftungen auftreten. Zeigen ein oder sogar mehrere Pferde auf einer Weide ungewöhnliches Verhalten oder Anzeichen oben genannter Symptome, sollte in jeden Fall der Tierarzt zur Kontrolle des Gesundheitszustandes schnellstmöglich benachrichtigt werden. Selbst im getrockneten Zustand enthalten einige Giftpflanzen noch ihre Wirkstoffe, so sind sie auch im Futterheu enthalten und können Koliken und andere Krankheitsbilder hervorrufen. Daher dar die Heuernte nur auf „sauberen“, also von Giftpflanzen freien Wiesen vorgenommen werden. Es ist ratsam, nicht zu dicht an angrenzenden Waldrändern zu mähen, da dort häufig Farne, Bilsenkraut und Fingerhut gedeihen, die keinesfalls in die Heuernte gelangen dürfen.
- Adonisrösschen (Adonis vernalis)
(Das Adonisrösschen wächst auf kalkhaltigem, trockenem Boden. Sei Verzehr verursacht Atemnot, Schleimhautschwellungen, Durchfall und Gleichgewichtsstörungen.)
- Christrose, schwarzer Nieswurz (Helleborus niger)
( Die Christrose ist seltener anzutreffen, und daher ist das Risiko, dass Pferde sie fressen, gering. Sie wächst nur auf humusreichen Boden und steht unter Naturschutz. Alle Pflanzenteile sind giftig und verursachen Erregungszustände und Lähmungen des Zentralnervensystems.)
- Efeu (Hedera helix)
(Größere Mengen Efeu führen zu schweren Koliken, da er giftige Saponine enthält. Vorsicht bei Pferdeweiden, die an mit Efeu bewachsene Hauswände grenzen.)
- Farne (Pteridium aquilinum, Dryopteris filix mas)
(Adler- und Wurmfarn wachsen an Waldrändern und Lichtungen. Sie sind die gefährlichsten Vertreter in dieser Pflanzengattung. Nervosität, Krämpfe und blutiger Durchfall sind die Folgen einer Farnvergiftung. Oft treten diese Krankheitsanzeichen nicht direkt nach dem Fressen auf, sondern erst einige Tage später, sodass der Zusammenhang der Erkrankung mit dem gefressenen Farn häufig unbemerkt bleibt.
Frisst das Pferd über einen längeren Zeitraum eine größere Menge Farn (zum Beispiel beim Weidegang in Waldnähe), können sich diese Symptome derart verstärken, dass sie ohne tierärztliche Hilfe zum Tod des Tieres führen.)
- Ginster, Besenginster (Cytisus scoparius)
(Ginster wird häufig als Zierpflanze in Hecken gepflanzt. Wild wächst er an Waldrändern und- Lichtungen sowie in Heidegebieten. Die gesamte Pflanze ist giftig und erzeugt hohen Pulsschlag und Lähmungen der Atemwege, der Tod tritt durch Erstickung ein.)
- Kartoffeln (Solanum tuberosum)
(Rohe Kartoffeln und vorwiegend das Kraut der Pflanze sind für Pferde absolut unverträglich und gehören in keine Pferdefütterung. Es entstehen Darmreizungen, Krämpfe, Durchfall und schwere Koliken sowie Blutzersetzung.)
- Kreuz- oder Jakobskraut (Senecio jacobaea)
(Das Kreuzkraut wächst vorzugsweise an Böschungen und Weg- und Waldrändern. Das Kraut enthält Alkaloide und bleibt auch im getrockneten Zustand (Vorsicht im Heu !!!)giftig. Die Symptome einer Vergiftung zeigen sich in Verstopfung, Appetitlosigkeit und schwankenden Gang. Bei vermehrter Aufnahme können Leberschäden auftreten. Bei rechtzeitiger tierärztlicher Behandlung ist eine rettung möglich.)
- Lebensbaum, Thuja, Zypressen (Euphorbia cyparissias)
(Diese sehr häufig vorkommende Zierpflanze, oft als hecke in Wohngebieten zu sehen, enthält in ihren Milchsaft das giftige Euphorbon und zusätzlich ätherische Öle. Leider zählen reiter diese Pflanze meist zu den ungefährlichen tannen- oder Fichtengewächsen und lassen ihre Pferde unbekümmert daran fressen. Die giftigen Inhaltsstoffe erzeugen eine starke Schleimhautreizung und Koliken. Im zunehmenden Stadium kommt es zu einer Leberdegeneration, die unbehandelt den Tod zur Folge haben kann.)
- Lupinen (Lupinus)
(Die Lupinie wächst häufig auf kalkarmen Böden an Böschungen oder Feldrändern. Sie ist wegen ihres hohen Eiweißgehaltes für Pferde sehr ungesund. Der Hauptanteil der Giftstoffe ist in den Samen enthalten. Sie enthält Alkaloide und bewirkt Erregungszustände, Krämpfe, Leberschäden und Hufrehe.)
- Maiglöckchen (Convallaria majalis)
(Das Maiglöckchen wächst in schattigen Waldlagen und Gärten und gehört zu den Liliengewächsen, der Geschmack ist scharf, bitter und widerlich. Alle Teile der Pflanze sind giftig, bei übermäßigem Fressen kommt es zu Durchfall, Benommenheit und Kreislaufschwäche.)
- Nachtschatten (Solanum nigrum)
Der Nachtschatten wächst an Wegrändern, Schuttplätzen oder Unkrautfluren, er stellt wenig Ansprüche an den Boden. Alle Teile der Pflanze sind giftig, seine Alkaloide erzeugen Schwäche und Teilnahmslosigkeit bis hin zum Niederstürzen.)
- Osterglocke, Tulpe (Narcissus pseudonarcissus)
(Die pflanze selber stellt nur eine geringe Gefährdung für die Gesundheit des Pferdes dar. Wird jedoch die Zwiebel mit gefressen, kann es zu starken Kolikanfällen kommen.)
- Pfaffenhütchen
(Das Pfaffenhütchen, ebenso Spindelstrauch genannt, wächst in Wäldern und an Wegrändern. Besonders der Samen dieses Strauches enthält einen sehr giftigen Bitterstoff. Je nach gefressener Menge leiden die Pferde an Kreislaufstörungen, Magen-Darm-Probleme und Durchfall)
- Rhododendron (Rhododendron)
(Alle Arten dieser Zierpflanze erzeugen Schleimhautreizungen, blutigen Durchfall und schweren Koliken.)
- Robinie (Robinia pseudoacacia)
(Die Robinie wird häufig mit der Akazie verwechselt und daher unter dem Namen „falsche Akazie“ geführt. Zu Beginn äußert sich eine Vergiftung durch Robinienzweige mit Kolik, später kommen Herzschwäche und Gehirnreizung hinzu. Der Giftstoff ist das alkaloidartige und eiweißartige Robin, dazu Gerbstoff und ätherische Öle. Speziell in der Rinde findet man das hochgiftige Robin, weniger in den Blättern und Samen. Diese Gifte erzeugen Kolik und der Kotabsatz wirkt merklich weniger. Nachfolgend treten Darmblutungen und Dickdarmlähmungen ein, die durch Störungen im Zentralnervensystem hervorgerufen werden.)
- Stechpalme (Ilex aquifolium)
(Die Stechpalme hat sehr harte, fast lederartige, dornige gezähnte Blätter. Daher fressen die Pferde diese Pflanze sehr selten, und schwer wiegende Vergiftungen kommen kaum vor.)